Warum die Kostenübernahme für alternative Heilmittel eine doofe Idee ist

Ich sah gerade, dass ich meine Kritik an der Position der TK zu alternativen Heilmitteln nicht in ein Formular gehackt habe und so futsch wäre, sondern als Mail verschickt habe, was mich in die glückliche Lage versetzt, eben jene Kritik hier zu dokumentieren.

Guten Tag TK,

in der Ausgabe 3 2012 der TK Aktuell schreiben Sie unter “TK steht für
sanfte Medizin”, dass die TK seit Anfang 2012 unter gewissen Bedingungen
und in einem gewissen Rahmen die Kosten für homöopathische und
antroposophische Medikamente übernimmt.

Ich bin sehr verärgert darüber, dass die TK damit die erwiesene
Unwirksamkeit jener Medikamente ignoriert. Die Homöopathie und die
antroposophische Medizin sind vollkommen unwissenschaftlich, sie haben
keine wissenschaftliche Grundlage in Physik oder Biologie und die
Wirksamkeit der Medikamente geht nicht über den Placeboeffekt hinaus.

Durch die Kostenübernahme durch die TK wird die Glaubwürdigkeit von
unseriösen, unwissenschaftlichen Verfahren unterstützt. Neben der
Verschwendung von Beiträgen halte ich es für unethisch erwiesenermassen
unwirksame Verfahren einzusetzen und damit eine Wirksamkeit zu
behaupten. Ich hätte gehofft, dass die TK mehr Rückgrat zeigt und
medizinsche Verfahren, für die es keinen Wirksamkeitsnachweis gibt,
nicht unterstützt.

Ich würde mich freuen, wenn Sie diesen Schritt überdenken würden. Für
Fragen zu meinen Aussagen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,

TK und alternative Heilmittel

Darauf angesprochen, dass ich es völlig verkehrt finde, dass die TK seit 01.01.2012 in bestimmten Fällen die Kosten für alternative Heilmittel übernimmt, antwortete die TK mit folgenden Argumenten:

[…], regelmässig durchgeführte Kundenbefragungen haben jedoch gezeigt, dass viele TK-Versicherte komplementärmedizinische Angebote in Ergänzung zur Schulmedizin favorisieren.

Sprich, wir machen was die Versicherten wollen und haben keine eigene Meinung oder behalten sie für uns.

Diese Arzneimittel haben einen festen und gerechtfertigten Platz in der Versorgung, ansonsten hätte ein kompletter Ausschluss aus dem Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung durch den gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) stattgefunden.

Wir verstecken uns hinter dem G-BA und hinterfragen nicht die fragwürdige Entscheidung, dass alternative Heilmittel in die Versorgung aufgenommen worden sind.

Schade, dass die TK nicht soviel Rückgrat hat, zu sagen, wir vertrauen auf die medizinischen Studien, die Evidenzlage, die Wissenschaft und schliessen Homöopathie und andere Quacksalberei von unseren Leistungen aus.

Es obliegt dem G-BA, unwirtschaftliche Arzneimittel auszuschließen.

Eine interessante Frage, ob generell nur unwirtschaftliche oder auch unwirksame Arzneimittel ausgeschlossen werden.