Über die Fremdenfeindlichkeit in Dänemark

Ich hörte kürzlich einen Podcast über die steigende Popularität der rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei in Dänemark.

Was mich besonders schockiert hat waren zwei Aussagen dänischer Politikerinnen in einer Sendung im dänischen Radio (Seite 18f).

Die Folketingabgeordnete (entspricht dem deutschen Bundestag) Marie Krarup von der Dänischen Volkspartei antwortet auf die Frage wie lange Flüchtlinge in Lagern bleiben sollen mit:

Bis sie nach Hause geschickt werden. Wenn man sie vom ersten Moment an integriert, wie das im Moment der Fall ist, dann kriegt man sie ja nie mehr los. Und man produziert einen noch größeren Ansturm von Flüchtlingen, weil es superattraktiv ist. Und man weiß ja auch, wenn die Kinder mal dänische Schulen besucht haben oder Leute in Dänemark gearbeitet haben und man sie dann zurückschicken will, dann gibt es sofort ein Medientrara und dann kommen die nie nach Hause. Auf jeden Fall müssen sie in staatlichen Lagern bleiben, auf keinen Fall dürfen sie raus in die Gesellschaft und den Dänen die Arbeitsplätze wegnehmen. Und wir müssen denen wohl kein Schlaraffenland bieten, solange sie hier in Dänemark sind. Dänemark soll kein Magnet sein.

Marie Krarup sagt also, dass Flüchtlinge nur so lange in Dänemark bleiben dürfen, bis sich die Lage in ihrem Heimatland soweit gebessert hat, dass sie wieder zurückkehren können. Flüchtlinge sollen in Dänemark nicht integriert werden, sie dürfen nicht arbeiten, Kinder dürfen keine Schulen besuchen und sie sollen keine Wurzeln schlagen.
Das Ziel ihrer Politik ist, dass möglichst wenige überhaupt nach Dänemark kommen und alle wieder zurückkehren. Flüchtlinge, Asylsuchende, hilfsbedürftige Menschen sind in Dänemark nicht willkommen.
Außerdem beschwert sie sich, dass die Medien es kritisieren, wenn man Flüchtlinge, die sich in Dänemark ein neues Leben aufgebaut haben, abschiebt und ihnen damit ihr neues Leben wieder zerstört.

Die Dänische Volkspartei, der Marie Krarup angehört, hat in der letzten Wahl 741.173 Stimmen erhalten. Das sind 25% der Wahlberechtigten und ist damit die zweitgrösste Partei Dänemarks. Die Dänische Volkspartei kommt auf 37 von 175 Sitzen im Parlament und ist Teil der Regierungskoalition.
Man kann also sagen, dass ein großer Teil der Bevölkerung hinter dieser Partei und solchen Haltungen steht.
Damit ist Marie Krarup auch keine Ausnahme in ihrer Partei. Die Beschränkung von Immigration und die Ablehnung von EU und Euro waren und sind zentrale Themen von Pia Kjærsgaard die lange Zeit Vorsitzende der Dänische Volkspartei war.

Die andere Aussage kam von der Integrationsministerin(!) und Folketingabgeordneten Inger Stojberg. Sie gehört der Regierungspartei Venstre an, die 685.188 Stimmen (19.5%) erhalten hat und auf 34 Sitze im Parlament kommt.

Also wenn du nicht verfolgt wirst, dann bekommst du schlicht und einfach kein Asyl in Dänemark. Wenn du Migrant bist, dann wirst du nach Hause geschickt. Und darin sind wir hier in Dänemark wirklich gut. Hier können wir den anderen Ländern noch etwas beibringen.

Inger Stojberg ist stolz darauf wie hart und effizient Dänemark Flüchtlinge abschiebt, die nicht die Kriterien für Asyl erfüllen.
Wie kann man darauf stolz sein, wie abweisend, herzlos und menschenfeindlich sein Land ist?

Es fällt mir schwer mich sachlich mit diesen Haltungen auseinanderzusetzen. Es ist mir unbegreiflich, wie eines der reichsten Länder der Welt es ablehnt Menschen in Not zu helfen. Es ist unvorstellbar, was diese Menschen, die vor Krieg, Gewalt, Hunger und politischer Verfolgung geflohen sind, durchgemacht haben. Die meisten verbringen wahrscheinlich Monate auf der Flucht. Obdachlos und ohne Hab und Gut. Verdienen sie nicht ein Willkommen und alle Hilfe, die wir geben können? Dazu gehört auch die Möglichkeit ein neues Leben aufzubauen.

Es ist traurig zu sehen wie engstirnig und fremdenfeindlich die Dänen sind.

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